Sunshine-Tour im Winter: Auf der Anreise nach Portugal

Die regenreichen ersten Oktobertage, an denen zudem ein feuchter Dunstschleier dafür sorgte, dass es nicht wirklich hell wurde, haben uns nachdenklich gemacht. Sollen wir wegen der Coronapandemie und steigender Fallzahlen um uns herum zu Hause bleiben, den bunten Herbstblättern beim lautlosen Fallen zusehen, später den Novembernebeln hinterherschauen und im Dezember Schneemänner im Garten bauen!? Keine Weihnachtsmärkte besuchen können, keinen Karneval feiern dürfen…..

Nein! So viele Vitamin D Pillen kann ich gar nicht schlucken um diesem Winterblues zu entgehen. Das Reise-Gen in uns ist stärker. Zumal wir ja eigentlich in Südafrika wären. Und ich immer in meinen Tagträumen Bilder von wärmenden Sonnenstrahlen, Sand und Wellenrauschen vor Augen habe. Wir informieren uns auf der Internetseite des auswärtigen Amtes über eventuelle Reisebschränkungen in Spanien und Portugal und erinnern uns dabei an unsere Winterreise vor zwei Jahren, die wir insbesondere im Hinterland der Algarve verbracht haben. Hier wollen wir wieder hin. Und wenn alles klappt, auch Anfang Januar auf die Kanaren übersetzen.

In unserem Bundesland Nordrhein-Westfalen steigen die Coronawerte immer mehr, wir machen das wir loskommen. Unsere verständnisvollen Nachbarn geben grünes Licht, sie versorgen die Post und den Garten. Wir wählen unsere Reiseroute so, dass wir schnell durch Frankreich in den Süden kommen und auch durch Katalonien wollen wir zügig durchfahren. Alles in dieser Provinz rund Barcelona ist wegen der Pandemie geschlossen. Wir haben vorgesorgt, oder besser gesagt, vorgekocht und auch genug Getränke an Bord um die Anreise ohne größere Einkäufe und Begegnungen wuppen zu können. Mein Fahrer sagt, wir sind sozusagen in Reisequarantäne. Wir nehmen uns aber  die Zeit, in Saarburg, unserem ersten Stopp, ein paar nette Menschen zu treffen.

Am nächsten Tag wird problemlos bei Thionville über die französische Grenze gefahren und wir tingeln über Nationalstraßen durch Lothringen und das das herbstlich verfärbte Burgund. Weinberge so weit das Auge reicht! Es riecht nach Ernte und Most. Unsere erste Übernachtung nach ca. 400 km ist in Givry, einem sehr schönen alten französischen Dorf. Wir schlafen ruhig am Ortsrand, mit einigen Franzosen, Deutschen und Skandinaviern, auf einem kostenlosen Stellplatz mit Ver- und Entsorgung. GPS: (N46°46’48“ E4°44’54“)

Es geht weiter über die D 381/380 Richtung Cluny und Macon und kommen ins Beaujolais. Durch die nahegelegenen Berge existiert hier ein besonderes Mikroklima, welches die Weine aussergewöhnlich macht. Wir haben schon manche Flasche Rotwein aus der Gegend mit Genuss geleert. Sehr gerne fahren wir über die >Route de Vin de Beaujolais< und berauschen uns an dem Gedanken an den Wein. Eine romantische Gegend mit großen Baumalleen und verfärbten Weinhängen tut sich im Morgennebel vor uns auf. So treffen wir hinter Lyon auf der 306 auf die Rhone und fahren an ihr entlang über Montelimar nach Orange. Es macht super Spass an diesem Fluss entlang zu fahren. Es ist eine reizvolle Strecke trotz der vielen Kreisverkehre!

Übernachtet wird nach 380 km in Chusclan, einem kleinen Winzerort. Hier hat die Winzergenossenschaft „Maison Sinnae“ kostenlose Stellplätze mit Ver- und Entsorgung mitten in den Weinbergen bereitgestellt. Ein genialer Etappenplatz, liegt er doch verkehrsgünstig in der Nähe der Autobahn und Nationalstraße. GPS: N 44°8’44“ E 4°40’38“

Nach einer ruhigen Nacht geht es weiter auf der N 113 über Nimes und Montpellier ins Languedoc. Wieder eine spannende kleine Weingegend. In Südfrankreich schlafen wir wunderbar nach 290 km in dem alten Dorf Peyriac-de-Mer auf einem netten Stellplatz am Ortsrand neben dem Rugbystadion und direkt an der Lagune. Der Platz kostet 5 Euro und bezahlen muss man an einem Automaten. Der „spricht“ auch deutsch mit dir, es dauert aber ziemlich lange, bis tatsächlich die Schranke aufgeht und man durchfahren kann. Du denkst deshalb, du hättest etwas bei der Bedienung falsch gemacht. Ist aber nicht so. Geduld ist hier das Zauberwort, lernen wir von den hilfreichen Franzosen. Auch ist es wichtig, dass du dir den Code abfotografierst, der nach der Schrankenöffnung an dem Automatenfenster erscheint. Er wird unbedingt für die Ausfahrt gebraucht! Wir finden einen lauschigen Platz rechts rum auf dem hinteren grünen Teil des Stellplatzes auf den uns eine nette Französin hinweist, inclusive des Codes, den sie für uns fotografiert hat! In unmittelbarer Nähe befindet sich die stillgelegte Saline des Ortes. Hier wurden Stege gebaut, so dass man wunderbar die unzähligen Flamingos bei ihrer Morgenwäsche beobachten kann. Ein unvergesslicher Anblick. Im Dorf angekommen, gibt es frisches Baguette und Croissants. Ein herrlicher Morningwalk bei 24°. Was will man mehr. :-))

Nun steht die längste Etappe bevor. Wir wollen nonstop durch Katalonien. Hier ist ja wegen Corona alles geschlossen. Ein Blick auf Barcelona, eine Stadt, die ich sehr liebe, muss in diesem Jahr nicht sein. Wir fahren bei schönstem Sonnenschein auf der Autobahn fast direkt am Mittelmeer entlang und kommen durch meine früheren Ramba-Zamba Urlaubsorte wie Calella, LIoret de Mar, Blanes alle an der Costa Brava gelegen. Gut, das man sich doch immer weiterentwickelt, denke ich, als ich diese Hotelburgen alle betrachte. ;-)) Nach ca. 460 km kommen wir bei „Spätzle-Fritz“, (GPS: N 40°34’30“ E 0°23’36“) dem mittlerweile unter deutschen Wohnmobilisten „Kult“ gewordenen Stellplatz, an. Hier kann man lecker essen, allem voran Spätzle und hat dann den Stellplatz umsonst. Aufwachen in Spanien, weil die Sonnenstrahlen Ende Oktober deine Nase kitzeln. Wie schön ist dass denn!

Auf der seit dem Jahreswechsel mautfreien AP 7 fahren wir weiter Richtung Denia an die Costa Blanca. In Cullera machen wir noch einen kurzen Zwischenstopp und einen langen Strandspaziergang.

Wir sind verabredet mit Gaby und Hartwig, die in Denia schon viele Jahre ein sehr schönes Ferienhaus besitzen. Wir freuen uns sehr, die Beiden, die wir im letzten Jahr auf unserer Masurenreise kennengelernt haben, wiederzusehen. Wir wollten uns immer mal in Deutschland treffen, das hat zeitlich bisher nicht geklappt. Warum dann nicht in Spanien. Ein herzlicher Empfang mit Umarmungen auf Abstand lassen uns dann eine schöne Zeit miteinander verbringen. Die Beiden zeigen uns die nähere Umgebung, bis zum langen Strand ist es nicht weit. Wir essen mit der Familie in einem Lokal, dass für seine gute Küche weithin bekannt ist. Insbesondere die großen Portionen erfreuen mein Herz.

Nach einem ausgedehnten Frühstück und vielen Tipps für die nähere Umgebung verlassen wir die beiden Herzensmenschen und fahren noch auf den empfohlenen Berg Coll de Rates bei Parcent. Hier werden wir nach der kurvenreichen Strecke mit gigantischen Ausblicken belohnt.

Inzwischen sind wir in Calpe angekommen. Wir verbringen ein paar Tage auf dem Stellplatz >Estrella Polar< (GPS: N 38°39’29“ E 0°4’39“). Es gefällt uns gut auf dem naturbelassenen etwas rumpeligen Stellplatz, den wir vom letzten Mal schon kannten. Der übermächtige Felsen, das Wahrzeichen von Calpe ist allgegenwärtig und von hier oben aus gut zu sehen. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist super!

Die üblichen Überwinterungsplätze sind halbleer, der vor einiger Zeit neu eröffnete „Sol de Calpe Boreal“ sogar geschlossen! Wir lassen es uns gutgehen und erkunden auf Wanderungen die herrliche zerklüftete Küste der Costa Blanca. Alles ist sehr ruhig und die Menschen sehr diszipliniert! Neben den ausgedehnten Sandstränden gewinnen hier alternative Urlaubsformen an Bedeutung: an erster Stelle Aktivurlaub wie Wandern und Radfahren. Hinzu kommt Weintourismus und Angebote für auf dem Lande, „Turismo rural“! Das kommt uns sehr zu entgegen!

Denn auch wir wollen auf der weiteren Route nach Portugal einige Fincas, die private Stellplätze anbieten, und mehr im Landesinneren mitten in der Natur liegen, besuchen und einige Wanderungen unternehmen. Natürlich verfolgen wir auch hier die aktuellen Entwicklungen und richten unseren Zeitplan und unser Bewegungsprofil danach aus. Wie es weiter geht, dazu dann mehr im nächsten Bericht!

7 Kommentare bei „Sunshine-Tour im Winter: Auf der Anreise nach Portugal“

  1. Unbedingt zur finca caravana und Grüße an Franz

    1. Danke, das haben wir vor…
      wollen heute in die Richtung!
      Beste Grüße

  2. Vielen Dank für die tollen Fotos und den Bericht!
    Macht etwas neidisch…
    MfG Manfred

  3. Liebe Renate, lieber Dieter,
    Danke für den tollen Reisebericht, das macht Sehnsucht! Euch eine super Reise weiterhin. Genießt die Zeit und bleibt gesund.
    Liebe Grüße von Christel und Rudi

    1. Vielen Dank u. liebe Grüße zurück!

  4. Martina und Roland sagt: Antworten

    Hallo zusammen,
    ich bin total begeistert, was für ein toller Reisebericht und noch schöner die Bilder.
    Das macht Spaß zu lesen und “ Bildchen zu gucken “
    Schön war es mit euch, beim Franze auf der
    Finca Caravana.
    Liebe Grüße Martina & Roland

    1. Hallo zurück ihr Beiden,
      freut mich, dass unser Reiseblog euch gefällt.
      Der nächste Bericht ist gerade online gegangen!
      Herzliche Grüße aus Andalusien

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