Warten auf Danach!

(Wenn Ihr den Bericht per E-Mail erhaltet, bitte auf die blaue Überschrift tippen, dann erscheint die “lesefreundliche Fassung”)

Eigentlich wären wir gerade dabei unseren „Dreamliner“ zu packen, samt Anhänger und „Krümel“, sowie Vorzelt, um in Richtung Bodensee aufzubrechen!

Unsere lange geplante 4-wöchige, ambulante Sport-Kur (Bewegung ist Leben), auf der Halbinsel Mettnau in der Hermann-Albrecht-Klinik, stand auf dem Programm.

Aber die Ereignisse haben natürlich auch uns eingeholt… unser gebuchter Campingplatz in Markelfingen ist geschlossen und der Kurklinik habe ich gerade abgesagt!

Jetzt haben wir plötzlich Zeit, Zeit und noch mehr Zeit um uns, unter anderem, auf unsere Afrika-Reise zu fokussieren. Ob sie dann auch in diesem Jahr im Juni/Juli stattfinden kann oder auch nicht, wird sich zeigen!

Wir im Kölner Raum haben ja ein sogenanntes Grundgesetz. Und seit ich dieses “Kölsche Grundgesetz” von einer lieben Freundin vor einigen Jahren zum Geburtstag geschenkt bekam, stelle ich fest, das es mir immer wieder hilft…:-))

Hier mal aufgelistet, mit einer auf die aktuelle Situation angepassten Übersetzung:

§ 1 Et es wie et es

(Sehen wir den Tatsachen ins Auge und verschließen wir nicht die Augen vor der Wirklichkeit.)

§ 2 Et kütt wie et kütt

(Aber denk dran, stets auch gelassen zu bleiben: Denn wir brauchen keine Angst vor der Zukunft und es bringt nichts, mit unserem Schicksal zu hadern.)

§ 3 Et hätt noch immer joot jejange

(Niemals vergessen: Keine Panik, sondern erst Denken, dann handeln. Wir sind doch schließlich Optimisten.)

§ 4 Wat fott es, es fott

(Es nützt auch nichts, den vergangenen Zeiten hinterher zu jammern.)

§ 5 Et bliev nix wie et wor

(Denn die Welt ändert sich. Ständig. Sei also offen für Neuerungen – vor allem, wenn sie deine Gesundheit schützen.)

§ 6 Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet

(Hinterfrage trotzdem alle Neuerungen, und sei kritisch, wenn sie Überhand nehmen.)

Beispiel: Brauchst Du wirklich so viel Klopapier?)

§ 7 Wat wells de maache?

(Am Ende werden wir uns doch unserem Schicksal fügen müssen.)

8 § Mach et joot, ävver nit zo off

(Immer dran denken: Achte auf deine Gesundheit! Das bedeutet derzeit vor allem: Abstand halten!)

9 § Wat soll dä Kwatsch/Käu?

(Stell immer die Universalfrage und bleib dir vor allem selbst treu: Achte auf deine Werte, denn sie sind in Krisenzeiten wichtiger denn je!)

§ 10 Drinks de ejne met?

(Aber gerne doch. Wie wäre es, wenn du dich per Video-Konferenz mit einem lecker Kölsch auf dem Tisch mit deinen Freunden virtuell zusammenschaltest und ihr euch gegenseitig zuprostet?)

§ 11 Do laachs de disch kapott

(Denk dran, Dir immer deinen Humor zu bewahren. Ob in Quarantäne oder auch sonst.)

(übernommen von verliebtinkoeln.com)

Dieser Bericht soll in Kurzfassung die Vorbereitungen und die bisher bekannten, noch offenen, Punkte skizzieren. Mich/uns auch ein wenig weiter motivieren…

Am Bodensee hätte sich jetzt der Kreis geschlossen und wir wollten auch dort in die Feinplanung einsteigen! Vor zwei Jahren haben wir während unseres Kur-Aufenthaltes das „Afrika-Projekt“ beschlossen und endgültig entschieden, dass wir vorübergehend ein zusätzliches „Fernreise-Mobil“ benötigen! Nachdem in den Wochen davor die Suche nach einem gebrauchten, allradgetriebenen Wohnmobil erfolglos war, gab es nur noch die Alternative eines Neuen für uns.

Da wir uns im Vorfeld bereits auf den Hymer MLT 580 4×4 festgelegt hatten, waren jetzt nur noch die Fragen: Wo, Wie, welcher Preis zu klären.– Hier nochmal ein kurzer Rückblick:

Bei Daimler Benz stand für den Sprinter ein Modellwechsel an und ich wollte unbedingt das bewährte Fahrgestell mit dem sechs Zylinder Motor (Typ 906) haben. So geht die Suche los! Tatsächlich finden wir im Internet ein noch frei konfigurierbares Fahrgestell bei der Fa. Wohnmobil United in Friedrichsdorf/Taunus. Hier beginnt dann wirklich zunächst eine schöne „Fernbeziehung“. Beratung, Konfigurieren und schließlich kaufen nur über Internet, da braucht man schon einiges an Vertrauen zur Firma und zu Manuel Fernandez unserem engagierten Verkäufer. Kennenlernen werden wir uns erst bei Abholung. Bis heute haben wir beste Kontakte und einen super Service vor Ort.

Unsere mehrmonatige Testreise (Frankreich, Spanien, Portugal u. Marokko s. Bericht) zeigt uns, alles richtig gemacht!

Später sollten wir dann noch mehrere liebe Menschen kennenlernen, die, wie wir, zusätzlich einen Hymer MLT fahren u. ähnliche Reisen planen bzw. gemacht haben. Das bestätigte uns abermals in unserem Kauf, mussten wir uns doch hier und da mal „schief“ anschauen lassen mit unserem Hang zum „Zweitmobil“!

So jetzt aber:

Fahrzeugvorbereitung (habe ich teilweise schon mal berichtet):

Auflastung auf 4,5 t, mit Luftfederung hinten, verstärkten Federbeinen vorne und Felgen mit höherer Traglast durch die Fa. Goldschmitt in Polch. Später kam dann hinten noch eine Spurverbreiterung hinzu.

Einbruchsicherung durch Bert Lünenbach (MobiSil), Wegfahrsperre durch die Fa. Baerlock, Lackversiegelung durch Rolf Schnorrenberg (CSS).

Einbau eines Gaswarners, Umrüstung auf Tankgasflaschen mit Fernanzeige, Kompressor-Kühlbox in Heckgarage montiert, Umrüstung auf eine 440 Watt Solaranlage mit Guido Neiken (GNS), Einbau eines Dieselfilters mit Wasserabscheider bei Daimler Benz.

Vorbereitung der Motorsteuerung für Afrika mit Markus Gruse (offroad-motorhomes/ Schaknat), Unterfahrschutz vorne (Eigenmontage), Rahmenverlängerung u. Anhängerkupplung bei Carsten Stäbler, Tresor unter Beifahrersitz montiert, WLAN-Verstärker und Router, Wetterstation, zusätzlicher Dachlüfter.

Soweit bin ich in den letzten Monaten schon mal gekommen. Auf meiner ToDo – Liste sind noch folgende Punkte offen:

Abschaltung der automatische Zentralverriegelung, Einbau einer stärkeren Hupe, Zusatzscheinwerfer montieren, zweiten Wagenheber/Stützplatten und Kompressor anschaffen. Klärung Gas-Adapter, zweites Reserverad, Werkzeug, ggf. noch Sandbleche. Navigations-Update für Afrika regeln.

Schließlich die Vorgaben der Reederei für den Transport einhalten und für unsere Psyche die Diebstahlsicherung des Fahrzeuginhaltes vorbereiten…

Ja, ich weiß, hier kommt wieder mal der Hobby-Techniker u. Perfektionist durch…macht aber auch Spaß und meine “Reiseleitung” zieht da mit. Ach, kann Liebe schön sein :-)))

Es gab und gibt allerdings noch einiges Andere zu regeln:

Kfz-Versicherung, Wechsel zur Jahn-Gruppe, da dort zusätzlich Afrika versicherbar ist.

Abschluss einer Transportversicherung für den Schiffstransfer.

Ersatzeile beschaffen: Luftmassenmesser, Öl- u. Dieselfilter, Bremsbacken, OPD-Gerät zur Fehlereingrenzung am Sprinter.

Wir besitzen inzwischen einen zweiten Reisepass und verlängern noch die internationalen Führerscheine. Die Internationale Zulassung für “Dirty Harry” und das für Afrika benötigte >Carnet de Passage< beim ADAC sind noch zu erledigen.

Die empfohlenen Schutzimpfungen laufen:

Polio, Tollwut, Hepatitis A+B, Pneumokokken (erledigt)

Typhus, Gelbfieber (noch offen)

Malaria-Profilaxe (erledigt)

Medikamentenliste (Freigabe Ärzte/ADAC) (noch offen)

Auslandskrankenversicherung (erledigt)

Zusätzliche kostenfreie Kreditkarte (DKB-Bank) (erledigt)

Hinflug „Emirates“ von Düsseldorf über Dubai nach Durban (erledigt)

Wir wollen nach der Rundreise mit der Fa. Seabridge (die „Seele Afrikas“, von Kapstadt zum Kilimandscharo u. zurück, durch sieben afrikanische Staaten, Dauer ca. 4 Monate) noch einige Zeit im südliche Afrika bleiben, daher haben wir Rückflug u. Rückverschiffung noch nicht terminiert.

Da wegen der aktuellen Situation das Seabridge-Vorbereitungstreffen bereits abgesagt wurde, werden weitere Abstimmungen online bzw. ein kurzfristiges Treffen der TeilnehmerInnen ggf. im Juni versucht werden.

Sollte sich bis dahin die Lage nicht entspannt haben, werden wird unsere Reiseplanungen 2020/21 erneut aktualisieren müssen! Ich werde jedenfalls weiter am schönen Hobby schrauben und Renate plant weiter die Tour. Wie sagt man in Köln: Et kütt wie et kütt (Es kommt, wie es kommt) und wir bleiben hoffentlich gesund und Ihr auch!

Jetzt sitzen wir erstmal im Garten, erfreuen uns am schönen Wetter und träumen weiter…

Update:

Die Reise wurde jetzt am 29.03.21 “offiziell” um ein Jahr auf 2021 verschoben! D.h. einige Vorbereitungen lassen wir “Standby”, andere werden vorerst storniert (z.B. Versicherungen, Flüge etc.)

Aber wir sind schon wieder im “Planungsmodus”…mal sehen was im Sommer/Herbst 2020 vielleicht doch noch geht?

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6 Kommentare bei „Warten auf Danach!“

  1. Servus Dieter,
    obwohl mir schon einiges zur Auf- und Umrüstung Eures Dirty Harry bekannt war, lässt einem Deine jetzige Zusammenfassung nur wünschen, dass ihr noch viele gemeinsame Meilen miteinander genießen könnt. Das kommende Projekt – sofern es denn stattfindet – passt dazu natürlich ideal. Wir drücken Euch alle vier Daumen und einen extra Gruß von Driver zu Driver.
    Mach et jot,
    Toni & Beate

    1. Danke ihr Beiden, bleibt gesund.
      Irgendwann wird es wieder weitergehen
      LG Renate+Dieter

  2. Hallo ihr zwei, auch wir würden uns freuen wenn ihr nach den ganzen Vorbereitungen losfahren könntet. Es wird in der Zukunft zeigen wie es weiter geht. Auch wir sind mit unserer Russland Reise betroffen und wissen genauso wenig wie ihr was dieses Jahr noch geschieht.
    Lasst uns gesund und munter bleiben und positiv denken.
    Liebe Grüße Hildegard und Claus

    1. Schön von Euch zu hören..
      genau das machen wir!
      Bleibt gesund!
      LG Renate+Dieter

  3. Oh wie schön geschrieben, wir hoffen alle das eure Träume und Ziele recht bald zu verwirklichen sind. Wir haben ja für dieses Jahr nichts fest gebucht und sind somit vogelfrei.
    Lach….
    Nein, unser Vogel wird schon bewegt sowie wieder grünes Licht da ist.
    Seit herzlich gegrüßt
    Heiko und Silke

    1. Liebe Grüße von uns zurück…
      Jetzt lernt man wirklich, was es normalerweise für ein Glück ist frei reisen zu dürfen! Also bis irgendwann, irgendwo..vielleicht klappt ja Pfingsten

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