Sunshine-Tour im Winter: Von Klöstern, Katalonien und anderen Köstlichkeiten; Teil II

Nach dem zwar kurzen aber intensiven Aufenthalt in der Bodega 2020 fahren wir zum Relaxen zurück an die Küste. Und zwar an die >Playa Casablanca< in Almenara ca. 40 km nördlich der Stadt Valencia (área de autocaravanas playa casablanca; GPS: N 39°13’47“; 0°11’18“) Ich freue mich wieder auf lange Strandwanderungen und das Rauschen des Mittelmeers. Hier gibt es am Ende der Feriensiedlung Parkplätze, die Wohnmobile zum Übernachten nutzen dürfen. Auch eine Entsorgungsstation ist da. Um Wasser zu tanken, muss man im Ort Jetons kaufen. Der Bürgermeister des Ortes begrüßt ausdrücklich den Wohnmobiltourismus, so steht es auf der Webseite der Gemeinde.

Almenara ist eine nette Kleinstadt ohne Hochhäuser. Mit Feriensiedlungen zwar, aber nicht so touristisch aufgemotzt, wie man das anderswo sieht. Eher urban und im Einklang mit der Natur. Hier gibt es überwiegend Kiesstrand. Kilometerweit kann man über Holzstege oder an der Promenade in beide Richtungen laufen. Die Dünen werden durch Absperrungen geschützt. Durch die Winterstürme sind Teile der Holzpalisaden weggerissen worden. Der Strand wird jetzt an einigen Stellen mit riesigen Steinbrocken gesichert. Ein Projekt zur Landerhaltung, das von der Europäischen Union unterstützt wird. Wir stehen hier ein paar Tage mit vier Wohnmobilen. Es gefällt uns gut an der Playa Casablanca. Wir genießen die blaue Farbe des Wassers, schauen den Fischern beim Angeln zu. Die Spanier sind passionierte Angler, überall findet man kleine Grüppchen mit mehreren Angeln in besonderen Haltevorrichtungen am Strand. Bis die ihr Equipment aufgebaut haben, vergeht einige Zeit. Nur einen Fisch an der Angel, haben wir bisher noch bei keinem gesehen. :-))

Auf einem unserer Strandwalks nach Süden Richtung Sagunt, entdecken wir, versteckt in einem Palmenhain einen sehr naturbelassenen Campingplatz mit vielen Dauercampern, aber auch mit Plätzen für Wohnmobile. Es sind noch einige Plätze frei. Wir kommen ins Gespräch mit deutschen Campern die uns sofort sagen, dass dieser CP immer ausgebucht wäre. Nur in der jetzigen Coronazeit gibt es Möglichkeiten spontan einen Platz zu bekommen. Der Platz kommt dennoch auf unsere Merkliste.

Gut erholt und ausgeschlafen nehmen wir wieder mal „alte Steine“ in Angriff. Unsere Jette hatte in ihrer letzten Mail geschrieben….“und wenn ihr in die Gegend kommt, unbedingt Castellon de la Plana ansehen. „Es gibt eine alte Straßenbahn, die fährt euch vom Stellplatz in der Nähe des Hafens in die Altstadt“. Gesagt getan, wir finden alles so vor wie beschrieben, nur die alte Straßenbahn hat einem hochmodernen Oberleitungsbus mit elektronischer Haltestellanzeige Platz gemacht. Auf jedem Bahnsteig steht eine städtische Mitarbeiterin und kontrolliert den Sitz des Mund-Nasen-Schutzes!

Der große kostenlose Gemeindestellplatz liegt in direkter Strandnähe und dem Planetarium der Stadt. Er hat mehrere Ver-und Entsorgungsstationen. >Area Autocaravanas El Grao de Castellón< (GPS: N39°58’49“; E0°1’21“) Der angrenzende langgezogene Park „El Pinar“ spendet durch die hohen Pinien im Sommer Schatten! Ist auch schön dort durchzulaufen.

Wir spazieren zunächst eine lange Abendrunde über den wunderschönen palmengesäumten Strand. Auf dem parallel verlaufenden Holzpalisaden-Boulevard tummeln sich Jogger, Walker und Fahrradfahrer. Die Spanier sind irgendwie immer in Bewegung. Auf dem Weg kommen wir auch zu einem weiteren Stellplatz. Er liegt direkt an der Hauptstraße und neben dem Sportflughafen. Der Platz hat zwar einen direkten Strandblick, ist aber nicht so unser Ding. Für den morgigen Stadtbesuch liegt der andere Platz in Hafennähe strategisch auch günstiger.

Wir holen uns in der kleinen Außenstelle der Touristinfo (hat nur vormittags geöffnet) neben unserem Stellplatz Informationsmaterial und bekommen auch Auskunft wo der Bus abfährt. Man muss um den Hafen herumlaufen ca. 1 km und sieht dann rechter Hand die Oberleitung/Fahrtrasse und die Haltestelle >El Grau<. Empfohlen wurde uns an der der Station „Plaza Cardona Vives“ auszusteigen. Von da aus ist die Plaça Mayor schnell erreicht. Wir laufen ein paar Stunden durch diese schöne, unaufgeregte alte Stadt, erfreuen uns an der Kathedrale „Santa Maria“, aus dem 13. Jh., dem Glockenturm El Fadrí und bewundern das alte Postgebäude.

Es gehört zu den repräsentativsten Bauwerken der Stadt und wurde im Jahr 1932 im valencianischen Jugendstil errichtet. Ein Highlight war der Besuch der alten weitläufigen Markthalle. Hier haben wir u.a. fürs Abendessen eingekauft.

Die Stadt gefällt uns gut. Es gibt keine Bürgersteige, alles barrierefrei. Es ist einiges los in der Stadt, aber nie gibt es Gedränge alle nehmen Rücksicht aufeinander. Wir machen eine Pause und sitzen draußen in der Sonne in einer der Tapasbars. Alle Tische stehen weit auseinander, wir essen köstliche kleine Gerichte. Ich trinke den berühmten Carajillo (Espresso mit dem spanischen Brandy 103) Die Kellnerin serviert ihn mir mit einem Stück Zitrone und Kaffeebohnen drin. „Ist gesund“, sagt sie! „Vale„, sage ich und bestelle gleich noch einen. Eine Köstlichkeit! Wir kaufen die entsprechenden Zutaten und mein Lieblingsmensch serviert ihn jetzt des öfteren im Wohnmobil.

Durch den Park Ribalta schlendern wir zur Haltestelle am Parkende und fahren zurück zum Hafen. Für 1 Euro! Wenn ich da an die KVB (Kölner Verkehrsbetriebe) Preise in Köln denke. -:((.

Das Wochenende hat begonnen und der Platz füllt sich relativ schnell. Sie kommen quasi im Minutentakt. Sogar um 23.00 Uhr erfüllen noch Scheinwerferlichter unser Schlafzimmer. Am nächsten Morgen stehen hier die Womos dicht an dicht und wir machen dass wir wegkommen! Wir finden einen schönen Frühstücksplatz am Strand und können außer auf „weiße Schränke“ auch wieder aufs Meer sehen.

Dieter hatte einen Stellplatz in Alcossebre am Eingang zum Naturpark Irta ausgesucht. Der Stellplatz „Las Mareras“ war schön, uns aber zu voll. Wir fahren weiter und landen ganz unverhofft auf dem >Campingplatz La Volta<(www.campinglavolta.com) in Peñíscola. Hier gibt es auf dem Gelände des Campingplatzes sogenannte, „Stop and Go“ Plätze für Wohnmobile. Dieses sind in der Regel preiswerter und etwas einfacher gestaltet. Man kann aber die sanitären Einrichtungen sonstigen Angebote des Campingplatzes in Anspruch nehmen. Dieses zusätzliche Angebot für Wohnmobile machen viele Campingplätze, stellen wir auf der Reise insgesamt fest. Hier in der Gegend und in der Nähe zu dem bekannten Naturpark gibt es vier weitere Campingplätze. Auswahl ist da.

Es stehen ein paar deutsche Wohnmobile hier, es ist noch viel Platz und wir entscheiden spontan, die Ostertage auf diesem Camp zu verbringen.

Nette Nachbarn versorgen uns mit Infomaterial aus der Gegend. Wir merken, dass es in der Umgebung viel zu entdecken gibt. Der Campingplatz liegt in ländlichem Gebiet sozusagen hinter den letzten Häuserreihen der beiden Städte Benicarló und Peñíscola mitten zwischen Artischocken-und Orangenplantagen. Irgendwie jeck, ich kenne Artischocken nur vom Salatbuffet. Jetzt mal hier die Ernte mitzuerleben und diese großen Pflanzen zu sehen, das hat was.

Darüberhinaus weht der Duft der blühenden Orangenbäume wieder morgens in mein Bett. Wunderbar! Zum Strand sind es ca. 800 m. Wir machen sofort eine lange Strandrunde und essen im Hafen von Benicarló. Beide Orte gehen nahtlos ineinander über und bieten eine unendlich lange Strandpromenade! In Peñíscola lockt der Festungsfelsen mit seinen Altstadtgassen die Besucher*innen an. Hier gibt es für uns Tapas und Sangria!

Und dann ist da noch für die Naturliebhaber der große Naturpark, Serra d’Irta mit unendlich vielen Wander- und Mountainbikestrecken. Ja und Pisten für Dirty Harrys gibt’s da auch. Eine solche Strecke wird gleich mal ausprobiert. Wir wollten zum Aussichtspunkt >Torre Badum< nicht wandern sondern hinfahren. Ich war gespannt ob das gelingt? Die freundlichen Nachbarn hatten uns den Weg als ziemlich steinig und steil beschrieben. Hier war jetzt der Allrad gefragt als wir in den Park hineinfahren. Mein Fahrer bekommt glänzende Augen als er denselben einschaltet und später noch die Untersetzung dazukommt. Dirty Harry legt sofort los. Dicke Staubwolken erzeugen sind sein Spezialgebiet. ;-))

Es war ein schöner Ausflug. Zurück im Camp gibt es darauf einen Sundowner oder besser auch zwei! Denn die Sonne will irgendwie nicht untergehen. Es ist mittlerweile schon 20.30 Uhr. Was sind solche schönen langen Sonnentage doch für eine Lebensqualität. Wenn ich daran denke, dass wir in Portugal im November um 16.30 Uhr das Licht angemacht haben, gefallen mir die Monate Februar/ März doch schon besser. Überhaupt ist es schön hier in der Gegend um den Campingplatz La Volta. Man kann viele unterschiedliche Sachen unternehmen. Der Platz ist notiert für das nächste Mal. Dann haben wir auch noch ein anderes Fahrzeug dabei und können die weitere Umgebung mit einbeziehen.

Bei einer Einkaufsfahrt mit Dirty Harry setzen wir noch einen Tipp der Nachbarn aus dem Rheinland um und fahren in ein altes Dorf. In >Cervera del Maestre< kann man nicht nur die alte Festung bestaunen. Es gibt viele schöne Rundwanderwege. Wir laufen den R3. Er soll laut Prospekt 8.9 km lang sein. Meine Füße sagen mir irgendwann dass das so nicht stimmen kann. Und tatsächlich, als wir am Ende der Wanderung in der Dorfkneipe super leckere Tapas essen und einige Cervazas trinken, haben wir 14.5 Kilometer auf der Uhr! Es war aber ein wunderbarer erlebnisreicher Tag.

Diese schönen Erlebnisse trösten mich ein wenig darüber hinweg, dass es in Spanien keine bunten Ostereier zu kaufen gibt, weder aus Schokolade noch eingefärbte Hühnereier. Auch keine Osterdeko. Darüber wiederum freut sich mein Lieblingsmensch. Na gut, für alles gibt es ein erstes Mal. Dafür scheint die Sonne und mein Konditor backt den ersten Hefezopfs seines Lebens im Omina. Ein Projekt welches er schon lange geplant hatte. Es war ziemlich aufregend für ihn in der kleinen Küche zurechtzukommen, den Teig zu kneten und später zu rollen und zu flechten. Und dann wollte der Teig nicht aufgehen. „Oh je was hab ich falsch gemacht“? fragt er sich. Es fehlte nur etwas Geduld. Alles wurde gut und superlecker! Eine weitere Köstlichkeit!

Ich wasche am letzten Tag unseres Aufenthalts noch ein paar Lieblingsteile durch und bringe, nach der Völlerei an Ostern meinen Body ein wenig „in shape“ . Schließlich haben wir noch einiges vor in Katalonien!

Auf geht es nun ins Ebrodelta und zu alten Klöstern! Davon dann später

mehr.

6 Kommentare bei „Sunshine-Tour im Winter: Von Klöstern, Katalonien und anderen Köstlichkeiten; Teil II“

  1. Patricia Spiegel sagt: Antworten

    Liebe Renate, gerade in diesen Pandemiezeiten tun eure Reiseberichte und Fotos gut. Danke dafür!
    Liebe Grüße
    Patricia

    1. Liebe Patricia, schön von dir zu hören! Danke, dass du das so siehst. Freue mich darüber!
      Schönes Wochenende und liebe Grüße von uns!

  2. …ein sehr schöner Bericht. Danke und weiter so!!! 🙂

    1. Danke! Ja, ich mache weiter, die Spanien/Portugal „Geschichte“ ist ja noch nicht zu Ende!
      Schönes Wochenende und viele Grüße von uns!

  3. Hallöchen, eure Nachbarn aus dem Rheinland haben bunte Ostereier im Supermarkt Bonpreu gesehen. Sogar bunte Schokoeier gab es. Also nächstes Jahr zu Ostern dort nachsehen. Viel Glück auf der Heimreise. Wir haben die erste Etappe hinter uns und stehen in Fitou. Netter Weinort. Alles Gute Hildegard und Bernhard

    1. Hallo ihr Beiden,
      ich bin mir nicht sicher, ob Dieter die absichtlich übersehen hat!
      Wir gehen wohl am Freitag über die Grenze nach Frankreich. Gute Reise weiterhin!
      LG Renate+Dieter

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