Sunshine-Tour im Winter: Traumstrand -Praia da Falésia- Albufeira

Eine abwechslungsreiche erste Adventwoche liegt hinter uns. Wir haben uns auf unserer „Home-Base“ in der wunderbaren Korkeichengegend häuslich eingerichtet. Auf ein Mietauto verzichten wir. Es ist praktischer mit Dirty Harry zu fahren; der Gute war auch schon ganz beleidigt, als er von der anderen Variante hörte. Wir sind flexibler und können auch unterwegs übernachten, bleiben wo und wie lange wir wollen. Das ist ein richtig guter Plan, finde ich. Paula, der Stellplatzchefin, geben wir Bescheid wenn wir nicht „nach Hause“ kommen. Es fühlt sich tatsächlich so an. Wenn wir von der doch touristischen Algarve den ersten Hügel hochfahren, verändert sich sofort die Landschaft, es wird ländlich und grün. Je nach Wetterlage planen wir unsere Ausflüge. Ja, das Wetter ist hier etwas unbeständiger als vielleicht am Mittelmeer. Der Atlantikeinfluss ist schon spürbar. Es macht uns aber deshalb nichts aus, weil es bis jetzt mehr Sonnen- als Regentage gibt und wir durch die Wetter-App genauestens informiert sind. So kann ich an einem Regentag z.B. einen kleinen Bericht schreiben. ;-)) Ein Mega-Gewitter hatte vor einigen Tagen in der Nacht die halbe Algarve unter Wasser gesetzt. Im Netz kursierten Bilder von riesigen Schlammpfützen um die Wohnmobile rum. Uns, auf unserem großen schönen Stellplatz blieb sowas Gott sei Dank erspart. Blitz und Donner waren aber schon gewaltig, davon wurde sogar mein Lieblingsmensch wach. Das brauche ich aber nicht mehr. So genug übers Wetter geredet.

Am 1. Advent erkunden wir auf einer weiteren Wanderung die Hügel um uns herum und erfreuen uns an der Ruhe in dieser herrlichen Natur. Zitronen- und Apfelsinenbäume wo du hinschaust und das was wir als kleine Weihnachtssternpflanzen kennen, wächst hier als Baum. Morgens kommt eine sympathische Bäckersfrau auf den Platz, es gibt warme portugiesische Brötchen. Der Himmel zeigt sich abends farbenfroh und auch unsere kleine Laterne aus Marokko spendet buntes Licht, sorgt für Adventsstimmung.

Wir machen uns auf an die Traumstrände der Algarve. Die zerklüfteten Steilklippen der kilometerlangen >Praia da Falésia< erwarten uns. Dazu fahren wir 35 km an die Küste. Es gibt auf dem Weg zum Strand kaum Parkmöglichkeiten. Wir entschließen uns deshalb zu den beiden nebeneinander liegenden Wohnmobilstellplätzen zu fahren und dort auch zu übernachten. Denn auch die Sonnenuntergänge an dem Strand sind magisch. Der Motorhome-Park Falésia (GPS: N 37°5’25.0″; W 8°9’37.0″) hat Platz für 100 Womos, ist aber komplett belegt. Wir bevorzugen eh den MotorHome Park Açoteias (GPS: N 37°5’20.7″; W8°9’32.0″). Der hat Platz für ca. 80 Wohnmobile und ist uns irgendwie sympathischer. Das liegt vielleicht an Toni, dem netten Stellplatzchef, der sich aufmerksam um seine Gäste kümmert und für alles ein offenes Ohr hat. So auch für unsere Bitte, dass wir beim nächsten Besuch oben im Gelände stehen wollen! Da kann man wenigstens etwas in die Natur schauen. Es sind noch einige Plätze frei. Für dieses Mal beziehen wir einen gerade frei gewordenen Platz in der Reihe. Während der erstgenannte Stellplatz fest in deutscher Hand ist, so ist Toni’s Womopark in der Hand der Franzosen. Wir sind umgeben von Vor- und Kochzelten, Wäscheständern und Mietwagen und was der Camper sonst noch so zum Überwintern braucht. So stehen wir in unserem markierten Feld und können kaum atmen vor lauter Gedöns. ;-)) Aber an diesem Strand sein zu können, lässt uns das alles aushalten. Vor unserem Womo passen Tisch und Stühle hin, so dass wir doch einen Blick in den Pinienwald genießen können.

Der Praia da Falésia ist ein Traum. Die Sonne bringt die Sandsteinklippen zum Strahlen, die brüchigen Felsen werden zur surrealen Kulisse für den Strand. In manchen Publikationen wird er auch als der „schönste Strand Europas“ bezeichnet. Wir lieben diesen längsten Strandabschnitt in dieser Gegend, mit seinen zerklüfteten rotbraunen und ockerfarbenen Steilklippen. Ich komme ja nicht oft mehrmals an die gleiche Stelle, aber hierher werden wir noch öfter kommen.

Wir machen einen langen Strandspaziergang. Hin, an der Wasserkante entlang, an der Praia dos Tomates vorbei bis zur Rocha Baixinha und den beiden Leuchttürmen am Ende der Mole. Zurück laufen wir oben über die Klippen, einen Wahnsinnsblick genießend. 12 km! Eine unvergleichliche Wanderung. Genuss pur! Der Sonnenuntergang bringt Gänsehautmomente! Ich freue mich so sehr, dass ich diese Augenblicke mit meinem Lieblingsmenschen genießen darf.

Zurück auf dem Stellplatz lernen wir eine liebenswerte Familie kennen. Das junge Ehepaar lebt mit seinen drei Kindern in einem großen, umgebauten Reisebus. Sie haben für ihren Traum, unabhängig zu leben und in der Welt zuhause zu sein, in Deutschland alles aufgegeben. Beide arbeiten völlig autark, digital in ihren Berufen. Die Kinder lernen früh mit den modernen Medien umzugehen, damit zu lernen und später ihren Abschluss zu machen. Ich durfte mir ihr neues Heim ansehen und die Kinder zeigten mir ihr Reich im hinteren Teil des Busses. Glückwunsch zu dieser Entscheidung und alle Achtung vor diesem Mut. Wir werden in Kontakt bleiben und uns vielleicht irgendwo auf dieser Welt wiedersehen!

Nach einer ruhigen Nacht ist uns doch nach etwas mehr Bewegungsfreiheit. Wir wollen noch einen Tag hier an der Küste bleiben und fahren deshalb zwei Kilometer weiter auf den großen Parkplatz vor dem „Tomatenstrand“. Die Einheimischen nennen diesen Strandabschnitt so, weil hier insbesondere die rote Farbe in den Sandsteinfelsen überwiegt. Praia dos Tomates (GPS: N37°4’46.1″; W8°8’32.2″) Wir verbringen einen angenehmen Tag auf unserer Couch am Strand, lesen und schauen den Wellenreitern zu.

Zurück am Womo geht plötzlich ein ohrenbetäubendes Gebimmele los. Alles schaut Richtung Hügel. Es dauert nicht lang und eine große Ziegen- und Schafherde bricht über den Hügel geradezu über uns hinein. Die Tiere freuen sich über das neue Gras und lassen sich überhaupt nicht stören. Einige Ziegen kommen ziemlich nahe an unseren Dirty Harry heran, der rümpft seine Blechnase, ob des etwas strengen Geruchs. Herrlich! Und so schnell wie sie gekommen sind, sind sie auch wieder weg. Der Schäfer treibt sie mit seinem Hund in den nahegelegenen Stall.

Auch hier gehen wir später nochmal zum Sonnenuntergang an den Strand. Es sind nur wenige Schritte. Die untergehende Sonne verwandelt den Strand in einen magischen Ort. :-))

Mittlerweile sind wir zurück auf unserer Home-Base. Mal sehen wo es uns in der nächsten Woche hinzieht. Zur Kultur, in die Natur, an weitere Traumstrände?!

2. Advent und Nikolaus! Ein guter Grund um lecker Essen zu gehen. :-))

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4 Kommentare bei „Sunshine-Tour im Winter: Traumstrand -Praia da Falésia- Albufeira“

  1. Tolle Reiseberichterstattung mit noch tolleren Fotos. Ich wiederhole mich. Herzliche vorweihnachtliche Grüße aus Neuss. Aber wenn ihr schon mal dort unten seid, dann solltet ihr das Dorf/die Festung Monsaraz besuchen. Monsaraz liegt ca. 55 km südöstlich von Evora am Rande eines sehr weitläufigen Seengebietes. Absolut tolle Gegend. Weiterhin eine gesunde, interessante und erlebnisreiche Zeit.

    1. Hallo Johannes,
      danke, vor allem für den Tipp!
      Werden wir mal einplanen, falls die regionalen Reisebeschränkungen hier, das zulassen!?
      Beste Grüße Renate + Dieter

  2. Martina und Roland sagt: Antworten

    Guten Morgen, seid ihr auch so dankbar, dass wir so tolle Dinge erleben dürfen ☀️
    wir grüßen euch (immer noch) von Torrox Costa
    Martina & Roland

    1. Ihr Lieben, ja wird sind froh und dankbar hier zu sein und so eindrucksvolle Wanderungen in der Natur erleben zu dürfen. Herzliche Grüße von uns

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