Ein Sommer in Deutschland: Vom Rheinland ins Wiehengebirge

Die Corona Pandemie wirbelt unser Leben ganz schön durcheinander, zwingt einen aber gleichzeitig dazu, auf Veränderungen zu reagieren. So sind wir zwar ein wenig traurig, dass unsere Afrikareise in diesem Jahr nicht stattfinden kann. Aber den Kopf in den Sand stecken, das tun wir nicht. Anstatt dem Sambesi im südlichen Afrika, folgen wir nun dem Mittellandkanal in Deutschland. An die Stelle des Krüger-Nationalparks tritt der Spreewald und die Alternative zu der afrikanischen Savanne finden wir auch noch. Da soll mal einer sagen, wir wären nicht flexibel. :-))

Wir verbringen also den Sommer in Deutschland und wagen sogar das Abenteuer in den Ferien unterwegs zu sein. Ich habe eine Reiseroute zusammengestellt, die uns sozusagen einmal “um den Pudding” bringt. Wir vermeiden die Hotspots an Nord- und Ostsee, orientieren uns stattdessen an Wasserstraßen und Mittelgebirgen. Wir wohnen bei Bauern und Winzern, und an anderen möglichst kleinen weniger bekannten Stellplätzen. Mal sehen was der Dreamliner dazu sagt. Abschnittsweise führe ich uns gemeinsam durch unser Land. Die Überschrift beschreibt den jeweiligen Streckenabschnitt. Wir befinden uns im Bundesland Nordrhein Westfalen.

Auf dem Weg ins Wiehengebirge, bin ja mal gespannt ob jemand weiß wo das liegt ;-)), machen wir einen Stopp in Dülmen. Da will ich mir die berühmten Wildpferde im Naturpark Dülmen ansehen. Wir übernachten auf einem kleinen Stellplatz etwas außerhalb neben der Sauna-Insel.

Morgens führt unser Morningwalk in die sympathische Stadt mit ihrem alten Stadttor. Die Pferde bekommen wir leider nicht zu sehen. Der Park ist montags geschlossen.

Weiter gehts ins Münsterland nach Telgte. Hier bleiben wir auf dem wunderschönen Naturstellplatz Lauheide mit angeschlossenen Gasthaus.

Leider ist dieses Lokal nur tagsüber bis 18.00 Uhr geöffnet. Um 18.03 Uhr ankommend, hatten wir keine Chance mehr. Naja, einen Flammkuchen hätten sie doch eigentlich noch schnell gemacht oder?! Natürlich verhungern wir nicht und so großzügig in der Natur stehen zu können, das ist nicht überall gegeben. Und schon sind wir wieder versöhnt.

Direkt gegenüber des Stellplatzes liegt der Waldfriedhof Lauheide. Er ist mit seinen 35000 Gräbern der größte Friedhof im Münsterland. Hier gibt es drei Hügelgräber aus der Zeit zwischen 2000 und 1500 Jahre vor Christus. Eine Wanderung durch das parkähnliche Gelände lohnt sich!

An der Ems entlang gelangt man in 3 Kilometern in das gemütliche Städtchen Telgte. Wir frühstücken wunderbar in einem alten Café. Hier werden wir von der Chefin freundlich bedient. Sie haben viele Auflagen während der Pandemie. So darf sie ihre selbstgemachte Marmelade nicht auf dem Tisch stellen, sondern alles nur in abgepackten Einheiten servieren. Die Rühreier kommen aber von glücklichen Hühnern und aus der Pfanne.

Telgte ist auch ein bekannter Wallfahrtsort. Die Menschen pilgern seit über 500 Jahr von überallher in die barocke, achteckige Marienkapelle, deren Grundsteinlegung im Jahr 1654 durch Fürstbischof Christoph von Galen stattfand. Die Kapelle beherbergt das Gnadenbild der schmerzhaften Muttergottes. Die lebensgroße Skulptur ist um 1370 entstanden. Rund 100.000 Wallfahrer kommen jährlich hierher. Ich habe eine Kerze in der Kapelle angezündet, damit wir gesund bleiben. Wir befinden uns schließlich gerade im Kreis Warendorf, einem aktuellen Corona Hotspot.

Von den vielen Heiligen muss Dieter sich im Wohnmobil erstmal etwas erholen. Auf dem Bild seht ihr seine Lieblingsposition seit er Tom Clancy und seinen Helden Jack Ryan entdeckt hat. Jack ist übrigens jetzt sein zweiter Vorname.:-))

Bald darauf sind wir im Wiehengebirge angekommen und freuen uns auf einen Besuch bei Maria und Jochen im Zittertal in der Nähe von Osnabrück. Jetzt ist das Bundesland Niedersachsen erreicht. Der Sommer macht gerade Pause, es regnet Bindfäden. Egal, wir stehen auf dem exklusiven privaten Stellplatz vor dem Haus der Beiden und wärmen uns später an Jochen`s leckerem schottischem Whisky von der Insel Islay, vorher gibt es perfekt gezapftes Kellerbier.

In einer Regenpause erkunden wir die lauschige Umgebung, die Pferde des Nachbarn kommen fast zu Maria in den Garten. Wir genießen Marias Kochkunst und essen am nächsten Abend ebenfalls wunderbar im “Antik-Cafe” in Melle (www.antikcafemelle.de). Das Besondere an diesem Laden ist, dass fast alles was man sieht auch käuflich zu erwerben ist!

Im Obergeschoss des großen Lokals, gibt es noch Gewürze, Leckereien und oft antike Deko-Artikel. Wer mal in der Gegend ist, unbedingt hingehen!

40 km weiter, Richtung Norden, kommen wir bei der Firma Rila in Leveren/Stemwede an. Und plötzlich sind wir wieder in Nordrhein-Westfalen. Jetzt verstehe ich auch warum in Corona-Zeiten manche Kuriositäten entstehen, da ja jedes Bundesland seine eigenen Covid 19 Regeln hat.

Wir sind auf dem wunderbar angelegten Stellplatz mit unseren “Womo-Freunden” verabredet und ein entspanntes Genuss-Wochenende mit schönen Fahrradtouren und weinseligen Gesprächen beginnt. Das Wetter ist immer noch wechselhaft und es regnet immer dann, wenn man es nicht brauchen kann. Gut dass Rainers NiBi so eine lange Markise hat. :-))

Die Anlage der Fa. Rila ist die kulinarische Genuss-Insel inmitten der Natur Leverns, mit einer außergewöhnlichen mediterranen Gartenanlage und einem Angebot internationaler Spezialitäten. Im Sommer genießt man nachmittags Kaffee und Kuchen und abends eine vielfältige Speisenauswahl in den “Gärten der Sinne”.

Der Wohnmobilstellplatz kostet 17 Euro, hat große Stellflächen und Strom und Duschhaus sind inklusive. Ein Besuch in dieser schönen Gegend lohnt sich unbedingt. Auf einer der vielen Fahrradrouten kommt man an Schloss Ippenburg und Schloß Hünnefeld vorbei und kann in dem romanischen Städtchen Bad Essen auf dem Marktplatz lecker essen.

Apropos das Wiehengebirge ist eines unserer vielen Mittelgebirge, verläuft im Norden von NRW und wird im Osten in Niedersachsen an der Porta Westfalica vom Weserbergland abgelöst. Das Gebirge mit dem Heidbrink (320 m) als höchsten Gipfel begleitet uns noch ein Stück auf unserem Weg zum Mittellandkanal. Mehr davon im nächsten Bericht.

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