Unsere Sommererlebnisse: An den Rhein, ins Saarland und durchs Weserbergland: Teil 2

Unseren Hochzeitstag Ende Juli, verleben wir bei einem köstlichen Abendessen auf Schloss Türnich. (www.schloss-tuernich.de)

Hier kann man das einzige noch vollständig erhaltene Barockschloss im Rheinland direkt vor den Toren Kölns mit seiner geschichtsreichen Vergangenheit und seiner lebendigen Gegenwart erleben. Die Anlage in Kerpen liegt in den Erftauen am Rande des mittlerweile renaturierten Braunkohletagebaus und gehört seit Mitte des 19. Jahrhunderts der Familie von und zu Hoensbroech. Wir sind in diesem Jahr schon des öfteren auf dem Erft-Radweg an den von Wasser umgebenen Gebäuden vorbeigefahren und es stand fest, hier wollen wir gerne mal hin und das Gelände um das Schloss erkunden. Das Schloss selber kann noch nicht wieder besichtigt werden, es hat Schäden durch den Braunkohletagebau davon getragen.

Nach dem Pandemie bedingten Lockdown, ist das Bio Café im Schlossgarten, im Mai wieder eröffnet worden. Seit dem Sommer gibt es zusätzlich auch Menüabende mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Der Erlös kommt der Restaurierung des Schlosses und des umliegenden Parks zugute. Die Unwetterkatastrohe von Mitte Juli hat auch hier dazu geführt, dass eine riesige Flutwelle des kleinen Flüsschens Erft im Schlosspark schwere Schäden angerichtet hat. Hier sind zwar Gott sei Dank keine Menschen verletzt worden. Dennoch sind die Schäden an Flora und Fauna immens. Insbesondere die 43 Bienenvölker, die hier in einer wertvollen Zuchtlinie von erfahrenen Imkern gehalten wurden, sind fast alle in den Fluten umgekommen. Ca. 3 Millionen Bienen, d.h. eine ganze Generation ist weg und damit 4 Jahre Arbeit in kurzer Zeit zunichte gemacht, das erfahren wir bei der Begrüßungsrede vor dem Abendessen. Unzählige Enten, Gänse und andere Kleintiere konnten sich ebenfalls nicht mehr retten.

Wir haben von den Grafen die Erlaubnis, auf dem Parkplatz hinterm Schloss im Wohnmobil zu übernachten und können uns somit den kulinarischen Genüssen mit ihren begleitenden Weinen ausgiebig widmen. Ein Teilerlös dieses und noch vieler weiterer Abende wird für die Renaturierung der Hochwasserschäden im Park und für Flutopfer verwendet. Wer mal in die Gegend kommt, sollte an diesem verwunschen wirkenden Ort einmal einkehren, oder eine schöne Wanderung im Schlosspark und an der Erft unternehmen.

Anfang August folgen wir der Einladung zur Hochzeit eines lieben ehemaligen Kollegen ins Weserbergland. Auch hier plane ich eine Tour, bei der wir Menschen, die uns ans Herz gewachsen sind, besuchen werden. Denn, wenn jemand zu uns sagt: „Wenn ihr mal in der Gegend seid, dann kommt doch gerne vorbei“, läuft man Gefahr, dass wir das auch machen! ;-)) Gesagt hatte das während einer gemeinsamen Masurenreise unser lieber Womofreund Werner und seine Frau Conny.

Der private Stellplatz „P1“ in Paderborn ist frei, Dirty Harry freut sich über soviel Platz. Als wir ankommen gibt es leckere Begrüßungsgetränke und vom großen Grill im Garten duftet es verführerisch. Grillmeister Werner läuft an dem Wochenende zur Hochform auf. Sous Vide gegartes Fleisch erhält auf dem Grill bei großer Hitze abschließend die nötigen Röstaromen. Beim Schreiben läuft mir gleich wieder das Wasser im Mund zusammen.

Die Beiden zeigen uns am nächsten Tag ihren Ortsteil, Schloss Neuhaus und später die Altstadt von Paderborn. Das Schloss Neuhaus im gleichnamigen Stadtteil, ist eine ehemalige Fürstbischöfliche Residenz und zählt zu den bedeutendsten Wasserschlössern Westfalens. In Paderborns Altstadt schauen wir uns das Wahrzeichen der Stadt an.

Das >Dreihasenfenster< im Paderborner Dom. Das Dreihasenbild stellt drei springende Hasen dar, die in Kreisform angeordnet sind. Eine Beschreibung dieses Symbols findet sich auch im dem Vers: „Der Hasen und der Löffel drei, und doch hat jeder Hase zwei“. Dabei sind die drei Hasen so angeordnet, dass zwar jeder Hase zwei Ohren hat, auf dem Motiv aber insgesamt nur drei Ohren dargestellt sind. Wunderschön und informativ, dieser Ausflug. Und überhaupt, in der gesamten, überwiegend flachen Gegend kann man auch noch hervorragend Fahrrad fahren. Na, wenn wir da nicht bald wiederkommen!

Auf dem weiteren Weg fahren wir über Detmold auch in den Teutoburger Wald und besuchen das Hermannsdenkmal. Dieses Standbild im Wald zu Ehren des germanischen Kriegshelden Hermann, der eine Schlacht, (Varusschlacht) gegen die Römer gewann, zieht mich immer wieder in seinen Bann. Ich kann meiner Phantasie beim Anblick des Helden freien Lauf lassen und höre dabei das Schlachtgetümmel und das Aufeinanderprallen der Schwerter im Kampf. Erschrocken sind wir beim Anblick des einst so dichten und grünen Tannenwaldes. Kahle vertrocknete Bäume wo man hinschaut. Saurer Regen, Borkenkäfer und extreme Trockenheit haben dazu geführt, dass das Waldsterben im Teutoburger Wald schon weit fortgeschritten ist. Kein schöner Anblick.

Unser nächstes Ziel ist der Mittellandkanal. In Rusbend, auf dem kleinen Stellplatz direkt am Kanal, treffen wir auf Andreas und seinen Hund Troy. Wir hatten uns im letzten Jahr mit der „guten Seele“ des Stellplatzes angefreundet und verbringen eine schöne Zeit miteinander. Später kommt auch seine Frau Andrea hinzu. Wir erleben einen farbenprächtigen Sonnenuntergang über dem Wasser.

Zu diesen Stellplatz, auf dem es nichts weiter gibt als „Schiffe gucken“ und die Seele baumeln lassen, kommen wir immer wieder gerne. In erster Linie wegen den aufgeschlossenen Menschen, die hier leben, aber auch wegen der Umgebung, die man wunderbar mit dem Fahrrad erkunden kann. Die charmante Kleinstadt Bückeburg (www.bueckeburg.de) z.B. mit ihrem hochherrschaftlichen Schloss lädt zum Bummeln ein. Die Stadt Minden erreicht man leicht auf den Fahrradwegen beidseits des Kanals. Dort kann dann auf den Weserradweg eingeschwenkt werden. Wir bleiben dieses Mal einfach nur am Wasser sitzen und genießen die Ruhe.

Es geht weiter nach Rinteln. Hier stehen wir direkt an der Weser. Die alte Fachwerkstadt ist fußläufig über eine Brücke zu erreichen, der Weserradweg führt am Stellplatz vorbei. Warum der Platz auf der Wiese 10 Euro kostet, erschließt sich mir dennoch nicht wirklich. Die Ver-und Entsorgung kostet extra. (weserdorf.de/wohnmobilstellplatz)

Einen Stellplatz eher nach unserem Geschmack finden wir auf dem Weg nach Hameln. In Rolfshagen im Auetal stellt die Gemeinde neben dem öffentlichen Freibad ein kostenloses Areal für 10 Wohnmobile mit Ver- und Entsorgung zur Verfügung. Im Dorf ist nix los, das Schwimmbad dagegen ist sehr schön angelegt. Der Eintritt beträgt 3 Euro, in Coronazeiten gibt es drei Zeitfenster, in denen man sich dort aufhalten kann. Dazwischen ist jeweils eine Stunde Pause. Guter Plan! Vor allem herrscht Ordnung in den verschiedenen Schwimmbecken. :-))

Ehrenamtliche Schwimmmeister weisen freundlich auf die Beckenregeln hin. Hier schwimmt man immer rechts, schnellere Schwimmer dürfen überholen. Die Jungs und Mädels, die gerne vom Beckenrand oder von Blöcken ins Wasser springen, müssen das im Becken nebenan tun. Es gibt weitere separate Becken für Nichtschwimmer und Kleinkinder und eine große Rutsche, die auch große Jungs benutzen :-)). Wir nehmen am nächsten Morgen vor der Weiterfahrt gleich noch das erste Zeitfenster. Ein Genuss, schwimmen in der Morgensonne!

So sind wir fit für einen ausgiebigen Bummel in der Rattenfängerstadt Hameln. Die Stadt, direkt an der Weser gelegen, ist immer eine Reise wert. Wir stellen Dirty Harry auf dem offiziellen Stellplatz etwas außerhalb im Industriegebiet ab. Die Lage ist nicht so doll. Es gibt aber hier die Möglichkeit, den Platz stundenweise zu buchen und an der Weser entlang in die Stadt laufen. Ein ausgeschilderter Stadtrundgang führt an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbei. Das Glockenspiel am Hochzeitshaus ist wirklich sehenswert.

Am Nachmittag sind wir bei lieben Freunden in Hessisch-Oldendorf verabredet. Astrid hat extra Erdbeerkuchen für uns gebacken und Klaus zeigt uns, wo wir neben ihrem Wohnmobil stehen können. Dirty Harry versteht sich bestens mit dem Flair. Es sind nur ein paar Schritte in den gemütlichen Garten. Abends werden wir vom Sohn des Hauses verwöhnt. Es gibt Pulled Pork, was auf deutsch soviel wie „gerupftes Schweinefleisch“ heißt. Es ist ein Gericht des klassischen Barbecues nach nordamerikanischem Vorbild. Dieses ungewöhnliche und sehr leckere Fleischgericht wird bei niedriger Temperatur langsam gegart und später auf dem Grill gefinisht und mit eigens dafür vorgesehenem Besteck zerrupft. Den ganzen Tag hat der Jung das Fleisch im Ofen begossen. Danke dafür lieber Yannic! Wenn Du nochmal Lust hast für uns zu kochen, bitte Bescheid sagen! ;-))

Wir beschließen den kulinarischen Teil des Abends mit einem langen Spaziergang zum Sonnenuntergang durch die Feldmark. Der Gesprächsstoff geht natürlich nicht aus. Es ist schon ganz lange dunkel als wir ins Bett gehen. ;-))

Am nächsten Tag findet bei schönstem Sonnenschein die stimmungsvolle Hochzeitsfeier von Marina und Timo im Restaurant Meyer’s im Forellental statt. (www.forellental.de) Auf dem Rasen ist ein großes weißes Zelt aufgebaut. Das Brautpaar empfängt die Gäste herzlich, ich freue mich einige ehemaligen Kolleginnen und Kollegen zu treffen. Wir sind in der Postbankgruppe über die Jahre zusammengewachsen, es gibt viel zu erzählen. Das Team des Forellentals serviert ein ausergewöhnliches schmackhaftes Buffet, ein gutgelaunter DJ sorgt für den richtigen Musikmix. Es ist eine laue Sommernacht! Alles passt! Und Dirty Harry wartet auf dem Parkplatz auf uns. Kurze Wege nach leckerem Essen und Trinken. Was will man mehr. Eine schön Gegend das Weserbergland, hier gibts noch viel zu erkunden. Kann gut sein, dass wir mal wieder bei Meyer’s einkehren und dann auch Forellen kaufen.

Auf dem Weg zurück ins Rheinland schauen wir noch in Bad Pyrmont (www.bad-pyrmont.de) vorbei. Die alte Kurstadt bietet einen weitläufigen Park und die älteste Fußgängerzone der Welt: Hier flanierten schon Königin Luise und Zar Peter, erzählt uns stolz die Dame aus der Tourist-Info. Einmal im Jahr, immer am 1. Wochenende im Juli, (natürlich nicht in Covid-Zeiten) erinnert der Verein, Pyrmonter Fürstentreff, mit prächtigen Kostümen und einem großen Festumzug durch die ganze Stadt an diese Zeit. Außerdem stehen dem Staatsbad sieben Heilquellen zur Verfügung. Na, dann nichts wie hin zu einer Trinkkur. Damit kennen wir uns bestens aus. ;-))

Aber auf den Wohnmobilstellplatz, der als Top-Platz ausgewiesen ist und sich in guter Innenstadtstadt befindet, würden wir nicht hinfahren. Hier stehen die Wohnmobile ziemlich eng, sozusagen Tür an Tür! Diesmal nichts für uns! Nachdem wir uns noch das Schloss angesehen haben, auf dem sich unser Hochzeitspaar das Ja-Wort gegeben hatte, fahren wir weiter nach Blomberg.

„Wohnmobil-Liebhaber kommen bei uns auf ihre Kosten“, steht schon auf der Internetseite der Stadt. Das stimmt! Zentral an die historische Altstadt angrenzend, erwartet uns ein neu gestalteter kostenloser Wohnmobilstellplatz. Zapfstellen für Strom, Wasser und Abwasserentsorgung sind vorhanden. Ein großer Lidl ist direkt nebenan. Am Stellplatz führt die Straße vorbei. Der Verkehr hält sich aber in Grenzen. Wieder ein Dankeschön an die weitsichtigen Stadtplaner! Wir laufen durch die alte Fachwerkstadt, die auch den Beinamen die Nelkenstadt führt. Warum das so ist erfährt man hier: (www.blomberg-urlaub.de)

Zuhause angekommen, gehts schon bald wieder los und zwar nach Düsseldorf. Ende August findet dort auf dem Messegelände der „Caravan-Salon“ statt. Ein Besuch ist ein Muss für alle Camping-und Wohnmobilfans! Wir sind vor dem offiziellen Messebeginn zum sog. „Fachbesuchertag“ eingeladen und können in aller Ruhe durch die Messehallen schlendern und uns inspirieren lassen.

Abends trinken wir mit Gaby und Peter im Düsseldorfer Stammhaus der Brauerei Schumacher den Deckel rund. Damit nicht genug. Irgendwie ist der Kellner mit uns nach Hause gefahren, er heißt jetzt Peter und schenkt immer weiter ein. Mit jedem Glas Alt festigt sich die Köln-Düsseldorfer Freundschaft weiter. Sooo schön war’s, ich hatte noch zwei Tage was davon! :-))

Die Koffer sind schon wieder gepackt, Dirty Harry ist reisefertig. Es geht bald wieder los. Freut Euch auf weitere Geschichten aus der Welt des „Unterwegs-Seins“!

Ein Kommentar bei „Unsere Sommererlebnisse: An den Rhein, ins Saarland und durchs Weserbergland: Teil 2“

  1. Martina und Roland sagt: Antworten

    Moin moin ihr zwei Schnuffels 🙂
    schön wieder von euch zu lesen.
    Ihr seid Vorbild in Sachen Lebensfreude pur.
    Save water trink champagne ist das passende Lebensmotto, gell.
    Gehabt euch wohl bis wir uns wiedersehen
    Bussi

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