Grandioser Icefields Parkway mit Lake Louise & Banff

Von Jasper ging es auf dem Icefields-Parkway durch die ganze Länge des Jasper Nationalparks bis nach Lake Louise am Trans Canada Highway (TCH). Diese 230 Kilometer werden gern als die schönste Gebirgsstrecke Kanadas gelobt.

Und tatsächlich sind verschiedene Abschnitte einfach grandios! Dementsprechend ist viel los auf der Strecke. An den Aussichtspunkten sind die Parkplätze voll und die Asiaten stehen mit ihren „Selfiesticks“ in der ersten Reihe. Wir wünschten uns ein ums andere Mal wieder zurück in die Beschaulichkeit Alaskas. Dennoch haben wir die Strecke genossen und ständig angehalten um das Panorama zu genießen. Wir sind an den „Horse-Shoe-Lake“ gegangen

und haben einen Abstecher zu den Athabasca-Falls gemacht. Das Wasser fällt aus nur 23 Metern in die Tiefe des gleichnamigen River, sie sind aber unbedingt sehenswert.

Der Icefields Parkway führte uns bei schönstem Sonnenschein und 25 Grad auch über zwei Bergpässe. Der erste war der Sunwapta Pass und den höchste Punkt, Bow Summit (2088 m) mit gleichnamigem See erreichten wir nachdem das Columbia Icefield Centrum besichtigt war. Wir machten auf dem Parkplatz an der Gletscherzunge eine Pause um die Gegend zu erkunden und dem Gletscher etwas näher zu kommen. Das war ein schwieriges Unterfangen, Dieter und Werner haben sich in der relativ dünnen Luft die Mühe des Aufstiegs bis zur Endmoräne gemacht. Danach war alles abgesperrt und man konnte sehen dass der Gletscher, der im Laufe der Jahrzehnte sich immer weiter zurückgebildet hatte, sich weiter auf einem bedrohlichen Rückzug befindet. Obwohl man sich mittlerweile schon fast wie in einer Mondlandschaft fühlt, ist das ganze Gebiet total vermarktet und Gletscherbusse fahren die Touristen zu horrenden Preisen hoch auf den Gletscher. Irgendwie grotesk, das Ganze!

Ich war froh als wir wieder in der tollen Berglandschaft mit den schneebedeckten Gipfel weiterfuhren.

Wir kamen uns dabei wirklich vor wie in einem Heimatfilm und haben nach einem Filmtitel gesucht. Mir kam da spontan „Der Bergdoktor XXL“ in den Sinn. 🙂

Wunderbare Seen luden an der Strecke zu Verweilen ein. Wir besuchten u.a. den Peyto Lake, der für seine türkise Farbe und schöne Blumenwiesen bekannt ist. Die vom Gletscherwasser eingetragenen Sedimente reflektieren das Sonnenlicht und sorgen für diese besonders schöne Farbe.

Auch der Bow-Lake hat uns mit seiner Farbgebung begeistert.

Restlos erschöpft von den vielen Naturerlebnissen kamen wir in Lake Louise auf unserem Campground an.

Erwähnenswert sind noch die vielen Radfahrer auf dieser Berg-und Talstrecke. Sie verdienen unseren tiefsten Respekt. Mutig sagte ich zu Dieter, dass ich mir das mit unseren Flyer E-Bikes auch vorstellen könnte. Dieter schaute mich von der Seite an und fragte wo ich denn die Akkuladestationen unterwegs gesehen hätte… 🙁

Lake Louise ist berühmt für seinen blaugrün schimmernden See, über den das Luxushotel „Fairmont Chateau Lake Louise blickt“.

Der Ort ist neben Banff der Touristenmagnet im Nationalpark. Unser Reiseführer empfiehlt am Vormittag, also vor Ankunft der Reisebusse, an den See zu kommen, ansonsten würde es zu touristisch. Eine Flucht gelänge leicht per Kanu (der ganze See war voller roter Kanus) oder noch besser per pedes….

Das haben wir gemacht. Nachdem wir uns durch die asiatischen Kolonnen durchgekämpft hatten, sind wir den „Plan of Six Glacier“ Trail gegangen. Er zählt zu den besten Wanderwegen im Banff-Nationalpark und läuft zunächst am Nordwestufer des Sees entlang und endet an einem Aussichtspunkt über der >Ebene der sechs Gletscher<. Bis zum Ziel sind es 6,5 Kilometer, es geht stetig bergan. Ich habe am Anfang ganz schön geflucht über diesen Anstieg über die Geröllmassen der zurückgegangenen Gletscher, wieder so eine Mondlandschaft wie im Columbia Icefield….aber weiter oben hatte man einen tollen Blick auf den See und ein Teehaus lud zum Verweilen ein.

Nachdem ich mich wieder erholt hatte, bin ich sogar freiwillig den langen Trail quasi über den Berg zurück gegangen. Unterwegs gab es immer wieder wunderbare Blicke auf den smaragdgrünen See und bunte Blumenwiesen.

Wir kamen auch an dem Mirror-Lake vorbei. Es hätte es wenig mehr Wasser gebraucht um die Spiegelung der Berge und Bäume richtig sehen zu können.

Begleitet wurden wir immer wieder von diesen possierlichen Erdmännchen.

Wir waren in ca. 2000 Meter Höhe angelangt. Beim weiteren Abstieg sind wir eine Abkürzung gegangen. Über Stock und Stein und Bäume ging es nach unten.

Mir fielen plötzlich die vielen schwarzen Fellknäuel auf dem Weg auf und ich fing laut an zu singen. Wir hatten gelernt dass wenn man in Bärengebiet ist, es gut ist wenn man sich bemerkbar macht. Viele Leute hatten Glöckchen an ihren Wanderstöcken! Also habe ich mein Kölsches Liedgut „ausgepackt“ und gesungen was das Zeug hält. Von  „Mir losse de Dom in Kölle“ über „et Meiers Kättchen“ bis zur „Kölsche Bröck“ und dem „Spanien-Leed“ war alles dabei. Bis Dieter von unten rief: Du kannst aufhören zu singen, das sind keine Bärenfellhaare, das ist von den Bäumen die verlieren eine Art schwarzes Moos……. Oh, Gott wie peinlich. Gut, dass keine anderen Wanderer auf unserer Abkürzungsroute unterwegs waren. Auf jeden Fall freue ich mich durch das Ertönen meine kölschen Lieder jetzt schon auf die „fünfte“ Jahreszeit im Rheinland. Als wir unten am See ankamen hatten wir 15 Km geschafft. Wenn man bedenkt, dass wir fast nur am Steuer sitzen, haben wir das gut hingekriegt. Und wir hatten noch etwas Luft dem als märchenhaft titulierten Moraine Lake einen Besuch abzustatten.

Er liegt am Ende einer 11 km langen Stichstraße, die heute vormittag als wir vorbeifuhren, für PKW und Wohnmobile schon gesperrt war. Die Parkplätze sind begrenzt. An diesem See waren natürlich auch noch viele Touristen aus aller Herren Länder, die für das beste Bild sogar auf Felsen klettern. Der See liegt in der Tat auch wunderschön in Berge eingebettet. Lake Louise hat neben diesen beiden wunderschönen Seen auch noch einen weiteren Anziehungspunkt. Unterhalb der Whitehorn Mountain liegt das bekannteste Skigebiet Albertas, dem eine Gondelbahn als Zubringer dient. Wir feuern seit Jahren unsere Wintersportler, deren Saison nach dem Gletscher in Sölden, gleich hier in Lake Louise im Oktober ihren Anfang hat. Bei unserem 4 tägigen Aufenthalt hier im Banff-Nationalpark, der mit seinen 3,3 Mio Besuchern im Jahr, der beliebteste kanadische NP ist, besuchen wir natürlich auch den Ort Banff. Wir profitieren dabei, dass Kanada 150 alt geworden ist. wir fahren von daher mit einem kostenlosen Shuttlebus nach Banff! Das hübsche Städtchen Banff mit seinen 7600 Einwohnern ist das attraktive, aber überlaufene Zentrum des Nationalparks. Alle Besucher landen unweigerlich auf der Banff Avenue. So wie wir auch. Dort warten die Souvenirläden auf Kundschaft. An der Brücke liegt das Banff Museum.

Das große Holzgebäude von 1903 erinnert an die Anfangszeiten des Nationalparks. Auf der anderen Seite gefällt das Luxushotel „Fairmont Banff Springs“. Auch Banff hat eine Gondela, die zum Panorama-Terminal am Sulphur Mountain schwebt.

Wir sind auch am Bow-River entlang bis zu seinen Wasserfällen gewandert.

Anschließend haben wir auf der Bank Ave in der gleichnamigen Brauerei unseren Durst gelöscht. wir konnten einfach an dem folgenden Schild nicht vorüber gehen 🙂

Neben super leckerem Bier gab es auch ein Turbo-Internet. So konnte ich hier meinen Bericht vervollständigen.

9 Replies to “Grandioser Icefields Parkway mit Lake Louise & Banff”

  1. Liebe Renate.
    Nur zu gerne hätte ich deinem singenden Spaziergang zugeschaut. Deine Liederauswahl ist sagenhaft
    Wir haben übrigens vor einigen Jahren eine Hochzeitszeremonie am Lake Louise beigewohnt. Sehr interessant.
    Liebe Grüße aus Ostfriesland
    Inge
    PS Gerd freut sich auf seine Assistentin in Polch;)

    1. Ich kann dir sagen, es hörte sich ziemlich schräg an mein Karnevalsgesang ich bin etwas aus der Übung. Ich habe in den letzten Jahren Zuviel gearbeitet, das hat sich ja jetzt geändert….. wir freuen uns auf Polch!

  2. Susanne Schüßler sagt: Antworten

    Heute nur ein kurzes Feedback
    Herrliche Fotos und köstlich die Geschichte mit den kölschen Liedern

    1. Danke, Susanne! Mein Gesang klang etwas eingerostet. Wird Zeit, dass ich wieder in die Übung komme. Ich habe einfach Zuviel gearbeitet in den letzten Jahren…..

  3. Guten Morgen ihr Lieben,
    wie unterschiedlich die Landschaften in den Jahreszeiten aussehen.
    Bei den Menschenmassen um diese Jahreszeit bin ich froh das wir schon Mitte Mai unterwegs waren.
    Bei der Wanderung wäre ich gerne dabei gewesen. Hätte ich noch was gelernt 🙂
    Weiterhin gute Fahrt…freue mich auf den nächsten Bericht.
    Liebe Grüße
    Sabine

  4. Hammer Bilder! Aber ich frag mich, wann man dahin muss, um das alles ohne Menschen Massen zu sehen…
    Viele Grüße vom Caravan Salon! Wir haben Euch schon auf der NiBi-Website bewundert. Wir sind dirt zusammen vertreten

    1. Hi meine liebe, wir haben euch auch schon „bewundert“….Ihr seid sooo fotogen.
      Freue mich euch zu treffen.

  5. Liebe Renate, lieber Dieter,

    ich habe mich eben mal in eurem tollen Blog umgesehen und was fürs Leben gelernt. Kölner Karnevalslieder halten Bären auf Abstand, scheinen aber Streifenhörnchen anzulocken ;-)). Wie gut, dass ich textest bin. Wenn die Lieder doch auch nur gegen Trump helfen würden. Ich wünsche euch noch eine schöne Zeit und noch viele schöne Erlebnisse,
    Herzliche Grüße aus der Eifel,

    Susanne

    1. Liebe Susanne, schön von dir zu hören! Ja, das mit den Bären werde ich so schnell nicht vergessen. Immer wenn man hier in der Gegend irgendwo hingehen will, hält dir der Ranger einen Vortrag wie mit den Bären im Gebiet zu verfahren ist….das wird man schon ganz kirre. Ich würde mich freuen dich zu treffen, wenn ich im Oktober zurück bin.

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