Amerika, das Land der „tausend“ Biersorten, Teil 11

Durango, diese sympathische Stadt in der Südwestecke Colorados hat neben ihrem Ruf als alte Gold-und Silberminenstadt, ihrer berühmten Nostalgiebahn und den schönen San Juan Mountains auch eine Bierkultur für ihre 18000 Einwohner und natürlich für Touristen wie uns. Es gibt 6 Brauereien in der Stadt. Aus Zeitgründen und auch wegen der Gesundheit :-)) haben wir drei besucht und so einen guten Überblick über die Braukunst in Colorado bekommen. Etwas haben alle drei gemeinsam, es gibt sie schon seit 1990. Das ist für die amerikanische Bierkultur schon ziemlich alt. Dass sie darauf stolz sind, versteht sich von selbst, besonders wenn wir auf die deutsche Bierkultur zu sprechen kommen, die viele der Besitzer kennen. Die meisten haben ja auch eine Biersorte „German style“ auf der Karte.

Als erste Brauerei besuchten wir die Durango Brewing Company, am Ortsausgang Richtung Ouray. Sie hatten richtig gutes Bier und leckeres Essen. Sie boten uns sofort ein Bier „traditional German Lager“ an, was ich auch probiert habe. Ist dem Kölsch schon sehr ähnlich. Getrunken habe ich aber das India-Pale-Ale mit  Zitrusfrucht im Hopfen. Ihr bestes Bier ist zur Zeit das „Mai-Bock-Bier“.

Als nächste Brauerei hatte ich die SKA Brewing Company, am entgegengesetzten Ende von Durango ausgewählt. Sie liegt etwas abseits in einer Art Industriegebiet. Der etwas entlegene Ort  sagt aber nichts über den Bekanntheitsgrad aus.

Als wir dort mit unserem „DickSchiff“ ankamen, fanden wir kaum einen Parkplatz. Da war was los, man glaubte es nicht. In der Brauerei, draußen auf dem Hof, überall standen buntgekleidete fröhliche Menschen mit Fahrrädern rum.

Da zu der Brauerei auch ein Fahrradgeschäft gehörte, und ich aus Köln komme, wo man sich auch schon mal am helllichten Tag verkleidet, haben wir uns nicht sehr gewundert. Wir gingen an die Theke und wurden sehr freundlich vom Barkeeper über ihre Biersorten informiert.

Getastet haben wir ausgiebig, bevor wir uns für „Buster Nut Brown Ale“ (Dieter) und „True blond ale“ mit Grapefruit Anteilen (Renate) entschieden.  Mit einigen verschiedenen Grapefruchtanteilen und Dosierungen kreieren sie gerade einen neue Biersorte. Es ist noch ein Projekt, sagt Jim, der Barkeeper. So hat es auch geschmeckt, muss ich sagen.

Später musste ich noch unbedingt ihr Sommerbier das „Mexican-Lager“ trinken. Sie tun in Amerika Salz in dieses Bier, das macht den besonderen Style aus. „Deutsches Bier ist halt anders“, sagen sie! Ihr stolzes Motto ist: It takes Characters to brew Beer with Character.

Als der Laden immer voller wurde und immer mehr verkleidete Menschen reinkamen, musste ich doch wissen was das Ganze auf sich hat. An dem Wochenende  startete anlässlich des „Memorial-Day- Weekends“ (in Amerika hoher Feiertag zum Gedenken an die Gefallenen) ein großer traditioneller Fahrrad-Event ab dieser Brauerei. Sie nennen ihn „Iron-Horse“.

Sie fahren die Strecke Durango-Silverton über einen hohen Pass. Alle Gruppen, die dort, mitmachen haben eine entsprechendes Kostüm an. Es war eine super Atmosphäre und wir haben den Start mitbejubelt.

Die dritte Brauerei haben wir erst am nächsten Tag besucht. Die „Carver Brewing Company“ liegt mitten auf der Mainstreet und ist nicht zu verfehlen. auch hier war man stolz auf die „lange“ Biertradition seit 1995.

Ich habe dort ein „Raspberry Wheat Ale“ mit echten Himbeeren(!) und Dieter ein „Dandelion Saison“, Belgien Style mit echtem Löwenzahn(!) getrunken.

Na, ja- – das muss man mögen…. Unser Favorit ist die erste Brauerei, die Durango-Brewing-Company. Die können wir uneingeschränkt weiterempfehlen.

Heute, auf der Weiterfahrt kamen wir in den Red Mountains auf dem Highway 550 in Ouray an einer spannenden kleinen Brauerei mit Dachgarten vorbei. Von oben winkten uns  ein paar Jungs freundlich zu. Da konnten wir doch nicht weiterfahren!

Manchmal muss man sich halt abseits des Programms Zeit für spontane Dinge nehmen. Die Ourey-Brewery gibt es seit 2010. Sie brauen ihr Bier direkt im Laden, so hat es keinen weiten Weg bis zum Zapfhahn, erklärt uns die freundliche Besitzerin. Besonders stolz sind sie auf ihr „India-Pale-Ale.“ Da uns in den anderen Brauereien auch  immer wieder IPA als Das Bier angeboten wird, wollte ich doch nochmal mehr wissen über die Herkunft und Besonderheit eines India-Pale-Ale. Das hat mich dazu gebracht, doch nochmal über die Herkunft des IPA zu recherchieren.

India Pale Ale (I.P.A.) ist ein helles, stärker eingebrautes Page Ale. Das Bier soll im 19. Jahrhundert in England und Schottland für die indischen Kronkolonien mit einem höheren Alkohol- und Hopfengehalt gebraut worden sein. Heutzutage werden India Pale Ales primär von etlichen Brauereien, darunter die in den USA  und vielen anderen Ländern gebraut. Ein klassisches India Pale Ale hat einen sehr kräftigen und intensiven Geschmack. Die fruchtige Note soll stark hervortreten und bereits beim Aromatest deutlich wahrnehmbar sein. Um das Hopfenaroma weiter zu erhöhen, werden diese Biere oftmals hopfengestopft. Dies bedeutet, dass während der Bierreifung eine weitere Hopfengabe getätigt wird, wobei sich insbesondere die ansonsten leicht flüchtigen Hopfenöle im Bier anreichern.

Wir gingen nach unserem Informationsgespräch natürlich auch nach oben „on the Top of the Roof und hatten einen schönen Blick über das nette Bergstädtchen. Wir haben neben leckerem Bier besonders gute Chicken-Wings gegessen. Sie waren mariniert mit frischen Kräutern (Thymian und Rosmarin) und als Beilage gab es eine super Käsesoße. Wir würden am Liebsten jetzt noch dort sitzen……

One Reply to “Amerika, das Land der „tausend“ Biersorten, Teil 11”

  1. Seeeehr eindrucksvoll!!! ….als wären wir dabei gewesen

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